Texte

Künstlerische Praxis – das heißt, Fragen zu stellen, Antworten zu finden und beides mit einem Publikum zu teilen.

Die Antworten, von denen ich spreche, sind keine Auskünste auf konkrete Fragen, sondern „Handzeichen“ –  hinweisende Fingerzeige, wie  sie Spaziergänger untereinander austauschen. Die Hände der Spaziergänger, die sich vordergründig etwas zeigen, winken einander in die Tiefe.

Meine Arbeit in den Bereichen Malerei, Video, Zeichnung und Künstlerbuch ist sowohl eine Arbeit der Übersetzung als auch der Formung. Im Sammeln, Erfinden und Verdichten von Bildern werde ich zu einem Kanal für die Empfindungen und Zustände, die uns verbinden. Es braucht dazu den Kopf und den Bauch.

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Wir brauchen Bilder; nicht als Beilage oder Illustration zum Leben, sondern um etwas in uns zu öffnen: jene Bereitschaft, die durchlässig macht für das Geschehende.

Oft habe ich in der tagtäglichen Welt aufgemerkt durch das Werk eines anderen. Indem ich Worte gelesen habe für eine Erfahrung, überhöre ich diese nicht mehr, sondern betrachte, wo ich kann, jedes Einzelne in seinem Bilde.

Bilder zu schaffen, die die Außenwelt beleuchten, ohne ihr unbedingt zu entsprechen, ist also mein Wunsch. Es ist auch der Wunsch, etwas Schönes zu machen, das ein Gegengewicht stellen kann in der Welt.

 

 

 

 

Foto: Jean-François Flamey